Meine Wurzeln liegen zwischen Magdeburg und Halle, dort, wo die Elbe einen fast rechtwinkligen Haken schlägt.
Ein Teil meiner Gene haben ihren Ursprung an der Elbquelle und auch heute stehe ich (zwar tausende Kilometer entfernt) direkt an einem Bach.
Mein Stängel ist steif, als würde ich ausschließlich aus Mineralien bestehen. Als es in der Schule ums Bodenturnen ging, hab ich mich krankschreiben lassen.
Viel biegsamer und elastischer sind meine Blätter und alles, was sich in meinem Innenleben abspielt. Da kann ich mich geschickt im Sturm winden und am nächsten Tag wieder friedlich auf der Wiese stehen, als hätte ich kein Gedächtnis.
Meine Blätter färben sich mit den Jahreszeiten – und ich liebs bunt!
Meine Blüte streckt sich zum Licht und will nicht gepflückt werden. Aber riechen darf man. Sooft man will.
Wer das versteht, hat mit mir einen ganz treuen, genügsamen Begleiter in seinem Garten, der jedes Jahr von alleine austreibt und Blüten bildet, an denen Insekten und Nasen sich erfreuen.
Meine Früchte verstecke ich ein bisschen. Warum genau, kann ich noch nicht sagen. Vielleicht sollen sie erst fallen, wenn ich reif bin?